Philo & Sophie

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Bei mir läuft so gut wie nie das Radio. Es sei denn ich möchte Musik hören. Das hört sich jetzt vielleicht etwas blöd an, aber rund um die Uhr Beschallung von Wohnräumen geht mir auf den Geist.

Ich liebe es wenn auch nicht immer den richtigen Ton treffend mitzusingen. Und Gitarren. Gitarren klingen zu mehreren wunderschön. Schon Anno Dutt bei Cliff Richard, den Eagles und bei Simon & Garfunkel. Heute bei Amy McDonald, Stanfour und bei denen hier:

Vielleicht habe ich ja Glück und einer von Euch nimmt meinen Ohrwurm mit… dann bin ich ihn nach Stuuuunden endlich wieder los. :)

Kennt ihr Momente, die sich anfühlen als stünde die Zeit für einen ganz, ganz kleinen Augenblick still? Heute war ein Tag mit solch einem Moment.

Da löst sich unvermittelt eine Sorge um einen lieben Menschen in Wohlgefallen auf und man freut sich über die Diagnose “Asthma”. Sie hat nur Asthma…

Nee Leute, ich bin nicht bescheuert. Das ist eine wirklich gute Nachricht!

Wenn der Schwache
dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke
die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas
mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute mal
bei dem Stummen verweilt
und begreift,
was der Stumme ihm sagen will,
wenn der Leise laut wird
und der Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige
wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel
ein winziges Licht
Geborgenheit, helles Leben verspricht,
und du zögerst nicht, sondern du gehst,
so wie du bist, drauf zu

dann,

ja dann fängt Weihnachten an.

von Rolf Krenzer
mit einem “Danke” von mir an “Karla” hier gepostet

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel,
der Kapfel, der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

(Volksgut)


Bratapfel bei Chefkoch gemopst

Bratapfel bei Chefkoch gemopst

Allet wird juut…

Schutzengel kommen immer sacht,
sei`s bei Tage, sei`s zur Nacht.
Du kannst sie nicht sehen,
und hörst sie nicht gehen.
Vielleicht, daß mal einer lacht.
Sie fliegen und schweben
und beschützen dein Leben.
Pst! Sei mal still:
Ich hab das Gefühl,
daß da jemand was sagen will!

Rosemarie Künzler-Behncke

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ‘ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ‘ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ‘s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ‘ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn’ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung’ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ‘ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew’ di ‘ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Theodor Fontane 1819 – 1898


Der Träumende Fluss

An seinen Ufern malen Weiden,
sie wiegen sich im Sommerwind,
mit filigranen Flüsterzweigen zarte Bilder,
die er mit sich nimmt.
Im Spiegel fließen Wolkenmeere,
kreuzen schweigend stille Flut.
Die wendet sachte jeden Kiesel,
der tief in ihr verborgen ruht.
Fische tupfen feine Ringe in das Sonnenspiegelgold.
Sein Strömen wird zum Maß der Dinge
mit dem die Seele Atem holt.

© Gedicht Ludwig Janssen

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben,
ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben.
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freuen und zu lachen
und wenn Du sie nützt, kannst Du etwas draus machen.

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche Dir Zeit, nicht nur zum Vertreiben,
ich wünsche, sie möge Dir übrigbleiben.
Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr zu schauen.

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen
und Zeit um zu wachsen, dass heißt um zu reifen.
Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,
es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben,
ich wünsche Dir: “Zeit haben zum Leben”.

Elli Michler